Bauten von Le Corbusier werden UNESCO-Weltkulturerbe, darunter zwei Häuser der Stuttgarter Weißenhofsiedlung

Le Corbusier (1887-1965, eigentlicher Name Charles-Édouard Jeanneret-Gris) ist einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Nun hat die UNESCO eine Auswahl seines Werkes ins Weltkulturerbe aufgenommen. Diese 17 Bauten befinden sich nicht nur in Frankreich (wo der Hauptteil seines Schaffens anzutreffen ist), sondern auch in weiteren Ländern über den ganzen Erdball verteilt (z.B. Argentinien, Indien und Japan). Und auch in Deutschland ist Le Corbusier nun Teil des UNESCO-Welterbes, nämlich mit den beiden Häusern der Stuttgarter Weißenhofsiedlung.

Somit ist nun Stuttgart ebenfalls auf der UNESCO-Welterbeliste vertreten und ich bin gespannt, wie es nun mit der Weißenhofsiedlung in Stuttgart weitergeht. Nach dem zweiten Weltkrieg führte dieses Ensemble von Wohnhäusern, das im Rahmen der Ausstellung „Die Wohnung“ 1927 von einer Reihe der bedeutendsten Architekten der Moderne errichtet worden war, jahrzehntelang ein Schattendasein im Bewusstsein der baden-württembergischen Hauptstadt und seiner Einwohner und war nur für echte Architekturfans eine Art geheimes Pilgerziel. Dabei sollten diese wenigen Straßenzüge in der Nähe des Killesbergparks als wunderbares Ausflugs- und Spazierziel eigentlich schon lange jedem Stuttgarter ein Begriff sein. Im 21. Jahrhundert rückt die Weißenhofsiedlung langsam mehr und mehr ins allgemeine Bewusstsein und darunter gerade die Corbusier-Häuser: In einem befindet sich seit inzwischen 10 Jahren das „Weissenhofmuseum“. Mein persönlicher Eindruck ist, dass dadurch die Häuser von Le Corbusier im Vergleich zu den anderen Häusern der Weißenhofsiedlung (von Ludwig Mies van der Rohe, Peter Behrens, Hans Scharoun, Mart Stam und anderen) zu sehr in den Vordergrund gerückt sind und dies wird durch das Prädikat „UNESCO-Welterbe“ sicherlich noch verstärkt werden. Aber natürlich freue ich mich, dass nun hoffentlich noch mehr Augenmerk auf die Weißenhofsiedlung gelegt werden wird und ich bin gespannt, wie es dort nun weitergeht und auch in der immerhin beachtliche 33,6 ha großen „Pufferzone“, die die UNESCO rings um die Corbusier-Häuser ausgewiesen hat und die nicht nur die ganze Weißenhofsiedlung umfasst, sondern u.a. auch den benachbarten Friedrich-Ebert-Wohnhof, das Gelände der Kunstakademie und die Siedlung Viergiebelweg.

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